Auf der Umweltkonferenz der Vereinten Nationen in Rio de Janeiro haben 170 Staaten 1992 das Programm „Agenda 21“ unterschrieben. Das Motto der Konferenz war „Nachhaltige Entwicklung fördern“. Damit hat man immer auch die Auswirkungen auf Natur, Mensch und die zukünftigen Generationen im Blick gehabt.
1999 gründeten Bürgerinnen und Bürger in Schwaig die lokale Agenda 21 Schwaig, Behringersdorf, denn man war der Ansicht, dass nicht nur Politiker handeln müssen, sondern auch Initiativen von der Bürgerschaft ausgehen müssen, nach dem Motto: Global denken – lokal handeln.
In kleinen Projekten verwirklichte die Gruppe, was auf der ganzen Welt geschehen muss, um die Lebensqualität auch für unsere Enkelkinder zu erhalten. So wurden u.a. öffentliche Vorträge organisiert wie „Klimaneutrales heizen“, „Radfahren und S-Bahn benutzen statt Autofahren“, „Alt werden in Schwaig“ oder „Ökologischer Landbau“. Es entstand die Nachbarschafts-Hilfe, der alljährige Kinderflohmarkt, Gespräche mit den Kandidatinnen und Kandidaten der Parteien vor den Landtags- und Bundestagswahlen, eine Bürgersolaranlage auf dem Gemeindezentrum der Thomaskirche, das Repair-Cafe und vieles mehr.
Agenda 21- Leute kennen den Heimatort und die Region und wissen, wo es brennt. Jenseits aller Parteilichkeit nimmt sich die Agenda 21 mancher Probleme an, oder gibt Denkanstöße und bringt Veränderungen auf den Weg. Sechsmal im Jahr trifft sich die Gruppe, sammelt Ideen, diskutiert und plant Aktionen. Inzwischen sind auch Damen und Herren des Gemeinderats sowie der erste Bürgermeister bei den Zusammenkünften anwesend. Dies erleichtert die Verwirklichung aktueller Projekte.
Neue Interessenten sind herzlich willkommen. Wir treffen uns am Dienstag, den 12.11.24 um 19:00 Uhr im Maria-Magdalena-Haus in Behringersdorf.
Bei Interesse nehmen Sie Kontakt auf zu Bernd Bartels,
Tel. 0911 5074439
Bernd Bartels
Die Agenda 21 und die Gemeinde Schwaig luden zur Veranstaltung „Alt werden – für ein gutes und selbstbestimmtes Leben in Schwaig“ im Bürgersaal in Behringersdorf ein. Bernd Bartels, Sprecher der Ag. 21 freute sich bei seiner Begrüßung über die große Anzahl der Personen, die zur Veranstaltung kamen. Aus Krankheitsgründen konnte Thomas Wittmann, 1. Bürgermeister, nicht an der Veranstaltung teilnehmen und wurde durch Doris Basimir, 3. Bürgermeisterin Schwaigs vertreten. Sie wies daraufhin, dass eine gute Zusammenarbeit der verschiedenen Organisationen sehr wichtig sei. Umrahmt wurde der Nachmittag durch den Frauenchor „First Ladys“, die mit ihren stimmungsvollen Liedern für eine aufgelockerte Stimmung sorgten. Die Mitarbeitenden der Ag. 21 Gruppe boten Nachmittagskaffee und Kuchen an.
Ganz unterschiedliche Unterstützungsmaßnahmen wurden durch die verschiedenen Organisationen im Foyer des Bürgersaals vorgestellt. So informierte die GemeindeDiakonie Schwaig-Behringersdorf über die vollständige Hilfe bei allen pflegerischen Maßnahmen. Mit dabei waren auch AWO, VDK, SV Schwaig und die Kirchengemeinden in Schwaig und Behringersdorf, die über die vielfältigen Seniorenveranstaltungen und Gymnastikangebote berichten konnten. Über Essen auf Rädern, Ganztagesbetreuung im eigenen Heim und über die Schwaiger Nachbarschaftshilfe konnte man sich ebenfalls informieren. Das Karl-Heller-Stift stellte die Versorgung im Heim in Röthenbach vor. Im Blick auf die mannigfaltigen Angebote wurde klar: „Man kann in Schwaig gut und selbstbestimmt alt werden“.
In Kurzreferaten hörten die Besucher die verschiedenen Aspekte, die im Alter wichtig werden. Über die medizinischen Folgen des Alters informiert Dr. Brandt, Hausarzt in Schwaig. Anhand von Bildern stellte er dar, dass das menschliche Leben lange Zeit benötigt, um eigenständig leben zu können. Nach der aktiven Phase wird der Lebensraum wieder kleiner und die überwiegende Zahl der Menschen sind auf ärztliche Hilfe angewiesen. Die Mobilität und der intellektuelle Anspruch lassen nach und die gesamte Lebenssituation gestaltet sich so, dass es wichtig ist, sich gut darauf vorzubereiten. Jürgen Griesbeck, der Seniorenakademie Bayern, wies darauf hin, dass die größte Bevölkerungsgruppe in Europa der Altersstufe von 60 – 90 Jahren angehört. Dieser Abschnitt bietet eine große Freiheit an. Das reiche Erfahrungswissen ist nämlich eine gute Grundlage, um sich für die Gesellschaft zu engagieren, andere Menschen zu unterstützen und sich sinnstiftend und bereichernd, auch im eigenen Interesse, in die kulturelle und politische Weiterentwicklung unserer Gesellschaft einzubringen.
Ein besonderes Hilfsangebot stellte Gabriela Hesel der Stadt Erlangen vor. Senioren können über die Wohnpartnerschaften einen ungenützten Wohnraum an studierende oder Menschen in Ausbildung, die dringend ein Zimmer benötigen gegen praktische Hilfe zur Verfügung stellen. Neu war die Information von Anja Gruhl des Landratsamtes Nürnberger Land, die mit ihrer Abteilung über verschiedene Wohnformen individuell berät. Es lohnt sich bei solchen grundlegenden Fragen sich an das Landratsamt zu wenden, denn sie geben über unterschiedliche Möglichkeiten des Wohnens fachkundig Auskunft. Die Veranstalter stimmten abschließend in der Überzeugung überein, dass es klug ist, sich frühzeitig mit der Situation auseinander zu setzen, die mit dem Alter auf jeden Menschen zukommt.
Hans Zeller
Ein gut gefüllter Bürgersaal in Behringersdorf hat gezeigt, dass vielen Bürgerinnen und Bürgern das Thema Heizungsumbau auf den Nägeln brennt. Das Aktionsbündnis Grüne Eisbären aus Nürnberg hat ein bewährtes Veranstaltungskonzept für eine umfassende Beratung zu diesem Thema erarbeitet. Klimaneutral heizen in Privathäusern – unter diesem Titel luden die Grünen Eisbären zusammen mit der Lokalen Agenda21-Gruppe Schwaig-Behringersdorf in den Bürgersaal ein. Für die Agenda21 begrüßte Bernd Bartels die Anwesenden, Anke Maubach von den Grünen Eisbären führte durch die Veranstaltung.
Zunächst stellte Dr. Katharina Pöhler – Klimaschutzbeauftragte der Gemeinden Schwaig, Rückersdorf, Röthenbach und Leinburg – den aktuellen Stand der Kommunalen Wärmeplanung vor. Sie appellierte eindringlich, sich an der aktuellen Umfrage zu beteiligen, denn eine solide Datenbasis ist die Grundlage jeder Planung. Die Fragebögen finden Sie auf der Homepage der Gemeinde Schwaig unter www.schwaig.de. Dr. Gerhard Spiegel von den Grünen Eisbären erklärte dann gut verständlich Grundlegendes zur Funktionsweise von und den verschiedenen Arten der verfügbaren Wärmepumpen. Sehr konkret wurde es, als 5 verschiedene Hersteller ihr Angebot erläuterten.
Vertreten waren lokale Firmen wie iKratos aus Weißenohe und Höcker aus Erlangen, die Firma Vaillant, die österreichische Firma iDM Energiesysteme und der global player NIBE aus Schweden. Die Firmen bieten neben Wärmepumpen auch Komplettsysteme mit Stromerzeugung durch PV-Anlagen, Kraftwerkspeicher und Wärmespeicher an und arbeiten mit lokalen Handwerksbetrieben zusammen. Die Vertreter der Firmen haben Fragen aus dem Publikum kompetent beantwortet und standen nach der Veranstaltung auch noch für individuelle Gespräche zur Verfügung.
Mitnehmen konnten die Anwesenden die Erkenntnis, dass es keinen Sinn macht, nichts zu tun. Heizen mit Gas und Öl wird langfristig sehr teuer werden. Fast alle Häuser eignen sich für den Einbau von Wärmepumpen und es stimmt nicht, dass erst eine umfangreiche Sanierung des Hauses nötig, eine Fußbodenheizung notwendig oder die Lärmbelästigung für die Nachbarschaft hoch ist. Wichtig ist eine individuelle Beratung. Im Moment beträgt die staatliche Förderung bis zu 70% und Wärmepumpen sind am Markt ausreichend verfügbar. Die Investition ist überschaubar, mit einer Wärmepumpe lässt sich dann langfristig sehr viel Geld sparen.
Das wichtigste Argument ist aber: Unsere Umwelt braucht den schnellen Ausstieg aus den fossilen Energien. Nur wenn wir den Co2-Ausstoß drastisch verringern, können wir die Auswirkungen des Klimawandels noch einigermaßen begrenzen. Es geht um unsere Zukunft und um die Zukunft unserer Kinder!
Irmingard Fritsch